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Wirkung und Effekte von Pflanzenextrakten

Wirkung

Die Wirkung von Pflanzeninhaltsstoffen ist laut Studien aus dem Jahr 2025 durchaus vergleichbar mit synthetischen Medikamenten, wobei dabei deutlich weniger Nebenwirkungen auftreten und nachhaltigere Therapieoptionen möglich sind.

Entourage-Effekt

Laut Entourage-Effekt haben Pflanzenstoff-Gemische eine höhere biologische Aktivität als die isolierte Reinsubstanz. Genauer gesagt, geht es dabei um die verschiedenen Inhaltsstoffe der Hanfpflanze, nämlich Cannabinoide, Terpene und Flavonoide. Diese Komponenten beeinflussen sich und können sich gegenseitig verstärken, ergänzen oder modulieren.

Bei dem Entourage Effekt spielt die große Anzahl an Terpenen und Phytocannabinoiden in Hanf eine große Rolle. Die Wirkungsweise kann optimiert werden, wenn verschiedene Cannabinoide mit Terpenen kombiniert werden.

Für die Herstellung spezieller Extrakte durch Extraktion müssen in der CBD-Produktion folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Anteil an Terpenen muss ausreichend für den Entourage Effekt sein
  • Cannabidiol muss vollständig, decarboxyliert (chemische Reaktion mittles Erhitzung des Hanfes zur „Aktivierung“ und verbesserten Wirkung des Produktes führt) in seiner aktiven Wirkform (CBD) darliegen

Breit- und Vollspektrumextrakte

Extrakte für den medizinischen Gebrauch werden mit Lösungsmitteln wie flüssigem Kohlendioxid, Ethanol oder Olivenöl gewonnen. Je nach Verarbeitungsverfahren und Zusammensetzung werden isolierte Cannabinoide, Breitspektrum- und Vollspektrumextrakte unterschieden.

  • Cannabinoide-Isolate: reines Phytocannabinoid wie THC oder CBD
  • Breitspektrumextrakte: THC-armer Cannabisextrakt, aus dem THC nahezu vollständig entfernt wurde

Vollspektrumextrakte: neben THC und CBD sind auch Spuren-Cannabinoide, Terpene, Flavonoide und weitere Pflanzeninhaltsstoffe enthalten

Cannabis wird in der Medizin in unterschiedlichen Formen verabreicht. Je nach Zusammensetzung der Cannabinoide und anderer Pflanzeninhaltsstoffe werden Vollspektrum-Cannabismedikamente und isolierte-Cannabismedikamente unterschieden:

Vollspektrum-Cannabismedikamente Isolierte Cannabismedikamente
Cannabisblüten (Inhalation mit Vaporisator oder Teezubereitung) Dronabinol- und Cannabidiolzubereitungen (z.B.: als ölige Tropfen zum Einnehmen, Kapseln zum Einnehmen, ethanolische Inhalationslösungen)
Cannabisextrakte (ethanolische Extrakte zur Inhalation mit Vaporisator, ölige Extrakte zur oralen Einnahme) Fertigarzneimittel mit Dronabinol oder Nabilon
Fertigarzneimittel Sativex (Mundspray mit CBD- und THC-reichem Cannabisextrakt [13] [14]  

Entourage Effekt bei Vollspektrum-Extrakten

Ganzpflanzen-Medikamente sind Medikamente, die das volle Spektrum der Wirkstoffe von Cannabis als therapeutische Medizin nutzen.

In einem Vollspektrum-Extrakt sind CBD sowie andere Cannabinoide und Terpene enthalten, die jede für sich bestimmte Eigenschaften haben. Wenn diese in einer bestimmten Konzentration enthalten sind, können sie eine Wirkung auf den Körper erzielen. Ein Pflanzenstoffgemisch hat eine höhere biologische Aktivität als die isolierte Reinsubstanz.

Vollspektrumextrakte können bei Schmerzen und Entzündungen eingesetzt werden. Außer THC und CBD können andere Cannabinoide wie Cannabinol (CBN) und Cannabichromen (CBC) Schmerzen lindern. Terpene wie Myrcen, Alpha-Pinen, Beta-Carphyllen und D-Limonen wirken dabei unterstützend.

Der Entourage-Effekt zwischen Cannabinoiden, insbesondere THC und CBD, und Terpenen bei Schmerz und Entzündung:

Beta-Myrcen Alpha-Pinen Beta-Caryophyllen D-Limonen
Schmerzlindernd Antinozizeptiv Antientzündlich Angstlösend
Antinozizeptiv Antientzündlich Schmerzlindernd Stressredizierend
Antientzündlich Hemmung der Acetylcholinesterase im Gehirn (Gedächtnisunterstützung)   Sedierend

Wegen des Entourage-Effekts zwischen Cannabinoiden und anderen Pflanzeninhaltsstoffen werden Breit- und Vollspektrumextrakte als therapeutisch vorteilhafter angesehen.

Für den Entourage-Effekt gibt es aber keine Garantie. Grund dafür ist, dass die Zusammensetzung der Terpene und Cannabinoide nie identisch ist. Dies würde man nur durch ein Zusammenspiel von verschiedenen Reinsubstanzen erreichen können.

Das bedeutet also, dass die Zusammensetzung des ganzen Präperates wichtiger als die reine Menge des isolierten Wirkstoffes ist.

Cannabis enthält sogenannte Synergisten. Neben Cannabinoiden sind das zum Beispiel sekundäre Pflanzenstoffe wie Terpene, Flavonoide und Anthocyane. Diese können die Wirkung eines Arzneimittels steigern, sodass diese größer ist als bei der Anwendung ohne sie.

Obwohl Breit- und Vollspektrumextrakte medizinisch als vorteilhaft angesehen werden, gibt es bestimmte Fälle für die sie sich nicht eignen. Zum Beispiel, wenn eine Unverträglichkeit gegen Terpene vorliegt. Oxidiertes Limonen und oxidiertes Linalool sind als Auslöser von Kontaktallergien bekannt. Leistungssportlerinnen und Sportler und Personen, die regelmäßig Drogentests durchführen, sollten ausschließlich mit Isolaten behandelt werden, da Vollspektrum CBD-Präperate geringe Mengen an THC enthalten, die zu positiven Ergebnissen bei Drogentests führen können.

Leider gibt es bisher nur wenige Forschungen zum Entourage-Effekt und es ist umstritten, ob es diesen Effekt tatsächlich gibt. Es gibt also noch sehr viel Forschungsbedarf in Bezug auf Wirkungsweise und Wechselwirkung zwischen den einzelnen Wirkstoffen der Hanfpflanze.


Effekte und Nutzen in verschiedenen Bereichen

Kosmetik

Pflanzenextrakte werden in der Kosmetik aufgrund ihrer vielfältigen positiven Effekte auf die Haut geschätzt. Sie enthalten eine Vielzahl von bioaktiven Verbindungen wie Antioxidantien, Vitamine und Mineralien, die helfen können, die Haut zu schützen, zu pflegen und zu regenerieren. Beispielsweise wirkt Aloe Vera beruhigend und feuchtigkeitsspendend, während Grüner Tee-Extrakt antioxidative Eigenschaften hat, die vor freien Radikalen schützen können. Kamillenextrakt ist bekannt für seine entzündungshemenden und beruhigenden Eigenschaften, was besonders bei empfindlicher Haut vorteilhaft ist. Parakresse wirkt muskelentspannend, blockiert die Mikrokontraktionen der mimischen Gesichtsfältchen und erzeugt so eine Faltenreduktion und Hautglättung. Insgesamt tragen Pflanzenextrakte zur Verbesserung der Hautgesundheit bei und können helfen Alterserscheinungen zu reduzieren.

Lebensmittelindustrie

Pflanzenextrakte werden in der Lebensmittelindustrie aufgrund ihrer natürlichen Aromen, Farbstoffe und gesundheitsfördernden Eigenschaften vielfach eingesetzt. Sie können antioxidative Wirkungen haben, die die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern, sowie den Geschmack und das Aussehen von Produkten verbessern. Beispielsweise wird Rosmarinextrakt häufig als natürlicher Konservierungsstoff verwendet, während Extrakte aus Kurkuma und Paprika natürliche Farbstoffe liefern. Zudem werden Pflanzenextrakte wie grüner Tee oder Ginseng als funktionelle Zutaten eingesetzt, die durch ihre bioaktiven Komponenten gesundheitsfördernde Effekte bieten. Beispielsweise die Stärkung des Immunsystems oder die Förderung der Verdauung. [15] [16]

Sport

Folgende Pflanzen können bei Sportverletzungen und Sportregeneration helfen:

  • Arnika: schmerzlindernd, entzündungshemmend, desinfizierend

Abhilfe bei rheumatischen Muskel- und Gelenksbeschwerden, Prellungen, Quetschungen und Verstauchungen

  • Kamille: Krampflösend
  • Melisse: bei Blutergüsse und Quetschungen, Menstruationsbeschwerden
  • Beinwell: Linderung schmerzender Sehnen, Bänder und Knochenhaut, Wundheilung
  • Ringelblume: antientzündlich, beschleunigt Wundheilung, Behandlung von Blasen, Krampfadern
  • Rosmarin: Durchblutungsfördernd, lindert Schmerzen und Schwellungen, antibakteriell, entzündungshemmend, unterstützt die Wundheilung
  • Bockshornklee: Erhöhung desTestosteronspiegels, Förderung Muskelaufbau, als Wickel Wärme fürs Gelenk -> schmerzlindernd
  • Kohl: als Wickel Kühlung und Schmerzlinderung, entzündungshemmend [17]
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