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Hot-Melt-Extrusion zur Decarboxylierung von CBD

Hot-Melt-Extrusion zur Decarboxylierung und Formulierung von CBD aus Hanfblättern

Studienaufbau

  • Ziel: Wie wirkt sich die Hot-Melt-Extrusion auf die Decarboxylierung von CBDA zu CBD in Hanfblättern aus?; CBD-Konzentration in verarbeiteten Hanfblättern erhöhen, THC-Konzentration senken, bioaktiven Eigenschaften (Antioxidantien, Phenole, Flavonoide) verbessern
  • Material: Hanfblätter (Cannabis sativa L.), Formulierungen mit Ascorbinsäure (AA) und Ascorbylpalmitat (AP)
  • Verfahren: Hot-Melt-Extrusion

In einer experimentellen Studie wurde untersucht, wie sich die Hot-Melt-Extrusion (HME) auf die Decarboxylierung von CBDA zu CBD sowie auf den Schutz bioaktiver Verbindungen in Hanfblättern auswirkt. Schwerpunkt war die Optimierung biopolymergestützter Formulierungen hinsichtlich CBD-Ausbeute, THC-Reduktion und antioxidativem Potenzial unter definierten thermischen Bedingungen.

Prozessparameter

Parameter

Wert/Angabe

Temperaturzonen

80°C – 120°C

Feuchtigkeit

Ca. 20% während Extrusion

Extrusionsdauer

Kurz (Minutenbereich)

Schraubentyp

Doppelschnecke, hohe Scherkräfte

Kühlungsphase

Trocknung bei 50°C (24h)

Additive

Ascorbinsäure (AA) und Ascorbylpalmitat (AP),  als Biopolymere verwendet

 

Formulierungsvarianten

Formulierung

Mischungsverhältnis

Prozess

F0

Frische Blätter 100%

Keine Extrusion

F1

F0 80% + Ascorbinsäure 20% (w/w)

Erstextrusion

F2

F0 80% + Ascorbinpalmitat 20% (w/w)

Erstextrusion

F3

Extrudierte Blätter 100% (Ohne Polymer)

Extrusion ohne Polymer

F4

F3 80% + Ascorbinsäure 20% (w/w)

Zweitextrusion

F5

F3 80% + Ascorbinpalmitat 20% (w/w)

Zweitextrusion

Abbildung adaptiert nach Azad et al. 2021, Processes 9(837), CC BY 4.0, Enhancing the Cannabidiol (CBD) Compound in Formulated Hemp(Cannabis sativa L.) Leaves through the Application of Hot-Melt Extrusion

Ergebnisse: Wirkstoffveränderung

Formulierung

CBD

CBDA

THC

THCA

F0 (roh)

737

6 023

4 751

4 389

F2 (HME + AP)

2 800

1 281

2 249

533

F5 (Doppel-HME + AP)

2 451

749

2 246

284

  • CBD-Gehalt wurde fast vervierfacht
  • THC reduzierte sich um ca. 50% durch HME

Weitere Inhaltsstoffanalysen

Parameter

F0 (roh)

F2 (HME + AP)

Gesamtphenole

7.3 mg/100g

15.4 mg/100g

Gesamtflavonoide (TFC)

4 712 mg/100g

8 326 mg/100g

Antioxidative Kapazität (DPPH)

~ 70%

~ 90%

  • F2 zeigte in allen bioaktiven Werten deutliche Vorteile gegenüber der Kontrolle.

Ergebnisse

  • HME in Kombination mit Ascorbylpalmitat fördert die Decarboxylierung und steigert die CBD-Ausbeute.
  • Die gezielt erhöhte Feuchte während der Extrusion könnte vorteilhafter sein als klassische Trocknungsverfahren.
  • Ein zweiter Extrusionsdurchlauf liefert keinen signifikanten Zusatznutzen.
  • Die gleichzeitige THC-Reduktion macht HME für legale CBD-Anwendungen besonders interessant. [76]

Vor- und Nachteile der HME

Die folgende Tabelle stellt die wesentlichen Vorteile und Herausforderungen der Hot-Melt-Extrusion übersichtlich gegenüber und erleichtert so die Einordnung dieser Technologie im Vergleich zu alternativen Verfahren.

Vorteile

Nachteile/Herausforderungen

Solventfreie Verarbeitung, kontinuierlicher Prozess, hohe Materialausbeute

Hohe thermische Belastung, daher nicht für alle Wirkstoffe geeignet

Wirkstoffe werden homogen in Trägermaterialien eingebettet

➡️ Verbesserung der Bioverfügbarkeit

Eingeschränkte Auswahl an thermoplastischen Polymeren - Kompatibilität essenziell

Thermische Aktivierung: Fördert Dexarboxylierung von CBDA zu CBD durch gezielte Temperaturkontrolle

Risiko thermischer Zersetzung oder Polymerabbau bei sensiblen Substanzen

Präzise Kontrolle von Temperatur, Scherkräften und Verweilzeit

Hohe Investitions- und Betriebskosten für Extrusionsanlagen

Integrierte Prozessanalytik (PAT) für Echtzeit-Überwachung und Qualitätskontrolle

Komplexe Validierung und Reinigung nach GMP-Anforderungen

Skalierbar vom Labor- bis Produktionsmaßstab, modulare Schneckenkonzepte

[77]

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