Studienaufbau
Wie zuvor schon erwähnt beeinflusst die Wahl des Trocknungsverfahrens maßgeblich die Qualität und Stabilität von Pflanzenextrakten. Unterschiede in Temperaturführung, Prozessdauer und Energieeintrag wirken sich direkt auf Wasseraktivität, Gehalt and bioaktiven Inhaltsstoffen und sensorische Eigenschaften aus. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Ergebnisse zu verschiedenen Trocknungsmethoden zusammen und zeigt, wie stark diese Parameter variieren können.
Die Trocknung von Lavendel ist aufgrund seines hohen Wassergehalts (60-80%) ein zentraler Schritt, um mikrobiologische Stabilität und Haltbarkeit sicherzustellen. Ziel ist eine Reduktion auf etwa 10-20% Restfeuchte, ohne dabei wertvolle Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Polyphenole und Antioxidantien zu verlieren. Studien zeigen, dass Temperaturen um 50°C dabei optimal sind, da sie das Aromaprofil erhalten und strukturelle Veränderungen der Pflanzenmatrix minimieren. Die Wahl des Trocknungsverfahrens hängt stark vom angestrebten Endprodukt ab – pharmazeutische Anwendungen erfordern meist schonendere, energieintensive Methoden wie Gefriertrocknung oder Mikrowellen-Vakuumtrocknung, während konvektive Verfahren oder Sonnentrocknung vor allem in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden. Ein hoher Hydration-Ratio-Wert (Restwassergehalt) kann zudem helfen, die Zellstruktur weitgehend zu bewahren und so die Qualität des Endprodukts zu verbessern.
Refractance Window Drying (RW)
*DE-Wert: Maß für Farbunterschiede im CIE-Lab-Farbraum – wie stark verändert sich die Farbe im Vergleich zu einer Referenz.
Niedriger DE-Wert = kaum wahrnehmbare Farbveränderung ® bessere Farbstabilität
Hoher DE-Wert = deutliche Farbveränderung ® Qualitätsverlust, z.B.: durch Bräunung oder Ausbleichen
Gefriertrocknung (FD)
Mikrowellentrocknung (MW)
Infrarottrocknung (IR)
Heißlufttrocknung (HA)
Sonnen-/ und Schattentrocknung (SD)
Die Analyse zeigt, dass schonende Trocknungsmethoden wie Gefriertrocknung oder kombinierte Niedrigtemperaturverfahren besonders geeignet sind, um flüchtige und temperaturempfindliche Inhaltsstoffe wie Terpene oder Cannabinoide in Lavendel und ähnlichen Pflanzen zu erhalten. Verfahren wie Heißlufttrocknung sind zwar oft kostengünstiger, führen aber häufiger zu Verlusten bioaktiver Substanzen und veränderten sensorische Eigenschaften, was sie für hochwertige Anwendungen, wie in Nahrungsergänzung oder funktionellen Lebensmitteln, weniger attraktiv macht.
Wirkstoffprofil
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Lavendel |
Hanf |
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Wirkstoffprofil |
Fokus auf ätherische Öle (Bsp.Linalool) |
Fokus auf Cannabinoide (CBD,THC), zusätzlich Terpene |
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Stark aromatisch |
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Empfindlich gegenüber Oxidation und Farbveränderung |
Besonders empfindlich gegenüber Temperatur und Licht |
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Trocknungsziel |
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Erhalt von Aroma und Farbe |
Erhalt von Cannabinoidgehalt |
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Feuchte senken auf ca. 10-12% für Lagerung und Verarbeitung |
Reduktion von Feuchtigkeit und mikrobieller Belastung; zusätzlicher Curing-Schritt zur Qualitätssteigerung |
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Optimale Verfahren |
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Schonende Verfahren wie Gefriertrocknung oder Mikrowellen-Vakuumtrocknung, um flüchtige Öle zu schützen |
Konvektive Trocknung üblich Prozessteuerung entscheidend für Cannabinoid-Profil und Terpengehalt |
Sowohl Lavendel als auch Hanf enthalten flüchtige, thermolabile Wirkstoffe (ätherische Öle, Terpene), die durch falsche Trocknungsbedingungen leicht verloren gehen. Während bei Lavendel vor allem Aroma und Polyphenole kritisch sind, liegt der Fokus bei Hanf zusätzlich auf Cannabinoiden, die relativ stabil, aber licht- und oxidationsanfällig sind. Für beide Pflanzen ist eine schonende Trocknung bei moderaten Temperaturen entscheidend; bei Hanf spielt jedoch das anschließende Curing eine größere Rolle, um Aromaprofile zu optimieren. [78]
